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Institute of German and Translation Studies
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Habilitációs projektek

Dr. Rácz Gabriella egyetemi docens

Téma: Musik in literarischen narrativen Texten. Problemstellung und methodologischer Hintergrund

1991 erschien eine umfassende Monographie von Heide Eilert, in der sie Kunstzitate in der erzählenden Dichtung um 1900 in den Blick nimmt und erkennt, dass in zahlreichen literarischen Erzähltexten der Jahrhundertwende Verweise auf Kunstwerke, u. a. auf Musikwerke, als sinnkonstitutives Element fungieren. Ihre methodologische Vorlage ist die der Intertextualitätsforschung, da die Einfügung des Bezugstextes als ‚Fremdkörper’ in den neuen Werkzusammenhang und dadurch die Aktualisierung des ‚Text-Text-Kontaktes’ im Posttext ein ähnliches Verfahren sei wie das ‚Zitieren’ eines Kunstwerks in einem Erzähltext.
Seit den 80er Jahren gibt es Studien, die für solche Phänomene den Begriff Intermedialität verwenden und sie als analoge Erscheinung zur Intertextualität betrachten (Hansen-Löwe, Zander, Hoesterey). Mit Rajewsky (2002) könnte man Intertextualität als eine Relation zwischen Texten und Intermedialität als eine Relation zwischen Medien bzw. Medienprodukten bezeichnen. Da bei letzterer eine Mediengrenze übertreten wird, postuliert das Intermediale eine neue Qualität, auch dann, wenn ein Verweis auf das Fremdmedium nur ‚Suggestion’ sein kann. Somit ergibt sich die Frage, inwiefern Begriffe, Typen und Funktionen der Intertextualität auf solche der Intermedialität übertragbar sind. Mehrere einschlägige Arbeiten (Wolf, Helbig, Rajewsky) verweisen auf Parallelen in der Methodik und im analytischen Instrumentarium. Jedoch entwickeln sie eigenständige Typologien und Beschreibungsformen, wodurch das Phänomen der Intermedialität eine eigene Größe zu verkörpern scheint.

Zielsetzung und Hypothese

Die im Entstehen begriffene Habilitationsarbeit setzt sich zum Ziel, Erscheinungsformen der Musik in Erzähltexten im Sinne der oben angesprochenen methodologischen Situation zu untersuchen. Verweise auf Musikwerke, musikalische Elemente, Formen und Strukturen oder auf Musik als mediales System werden als semiotische Phänomene aufgefasst, die sich am Prozess der Bedeutungskonstitution beteiligen. Dabei will ermittelt werden, wie sich ein narrativer Text in Verhältnis zum Medium Musik konstituieren kann und welche semantischen Funktionen mit den verschiedenen Formen der Relation zwischen Text und Musik verbunden sind.

Das Projekt geht von der Hypothese aus, dass die Bezugnahme auf musikalische Erscheinungsformen in Erzähltexten primär als eine Sonderform der Intertextualität zu betrachten ist. Jedoch kommt dem intermedialen Moment, das die Bezugnahme bestimmt, auch eine Rolle zu, weil es durch die Freilegung der medialen Differenz auch über die historisch und individuell sich verändernden Möglichkeiten des Narrativen Auskunft geben könnte. Deshalb werden neben Erzähltexten der ‚klassischen Moderne’, die das Zentrum des Textkorpus bilden, auch Texte der deutschen Romantik – als Rückblick – sowie Texte der Gegenwartsliteratur – als Ausblick – in die Untersuchung mit einbezogen.

 

Dr. Tóth József  egyetemi docens

Téma: Semantik im multikulturellen Kontext: Kontrastive ereignisstrukturbasierte Theorie auf lexikalisch-semantischer Basis

Der Gebrauch der Sprache(n) durch den Menschen ist ein kognitiver Prozess, der durch die Semantik determiniert wird. Wenn die Bedeutung eine Grundkategorie alles Sprachlichen darstellt, dann kommt der lexikalischen Semantik eine bevorzugte Rolle zu, da die Wörter im Satz und Text konstitutiv sind. Angesichts der verschiedenen theoretischen Ansätze im Bereich der Verbalsemantik ist es sehr schwierig und weitgehend unmöglich, verbindliche und unangefochtene Methoden zu ermitteln. Es ist aber durchaus möglich und sinnvoll, zu zeigen, wie man bisher versucht hat, an verbsemantische Fragen heranzugehen.
Seit der kognitiven Wende in der Psychologie und auch in der Linguistik hat man sich der Frage zugewandt, wie Wortbedeutungen im Geist des Menschen repräsentiert sind: Die konkurrierenden Modelle zur Repräsentation von Wortbedeutungen (Merkmalsmodelle, Netzwerkmodele, Schema-Theorien, Konnektionismus, Prozedurale Semantik etc.) sind nicht immer als sich gegenseitig strikt ausschließende Alternativen zu betrachten. Mein Habilitationsprojekt setzt sich zum Ziel, anhand diverser Methoden der Bedeutungsbeschreibung und -darstellung zu exemplifizieren, ob sie kulturspezifisch sind. Meine Arbeitshypothese lautet, dass sie von der jeweiligen Sprachkultur abhängig sind und dadurch zu interlingualen Untersuchungen in der lexikalischen Semantik effektiv eingesetzt werden können.
Ich gehe von der Hypothese aus, dass im Geiste des Menschen die Bedeutungen von Verben in Form von Ereignisstrukturen repräsentiert sind. Die Verben bezeichnen Ereignisse, die aus miteinander über verschiedene Relationen verknüpften Teilereignissen verschiedener Arten bestehen. Es soll versucht werden, diese strukturierten Ereignisse im Deutschen und Ungarischen zu modellieren. Der wichtigste Punkt für mein Projekt liegt in dem Bestreben, eine angemessene Theorie zur Repräsentation der Verbbedeutung zu entwickeln bzw. den bereits vorhandenen ereignisstrukturbasierten Ansatz vor dem Hintergrund einer kontrastiven semantischen Analyse weiterzuentwickeln. Die Ereignisstrukturen sollen weiterhin in eine Rahmentheorie zur Repräsentation der Argumentstruktur und Valenz der Verben eingebettet werden. Ein vordringliches Ziel besteht ferner darin, den semantischen Gehalt der in den Ereignisstrukturen verwendeten Prädikate und Relationen im Deutschen und im Ungarischen möglichst präzise zu bestimmen und zu vegleichen. Ein Ergebnis der Arbeit soll die Modellierung des gesamten semantischen Kenntnissystems als Ereignisstruktur sein.

 

Dr. V. Szabó László egyetemi docens

Téma: Habilitationsprojekt: Rudolf Pannwitz’ Poetik des Kosmischen

Das Werk des Dichters und Denkers Rudolf Pannwitz (1881–1969) ist bis heute auffällig wenig untersucht worden. Mein Habilitationsprojekt versteht sich zum einen als ein Beitrag zur Erschließung der facettenreichen Rezeptionsgeschichte Nietzsches in der deutschsprachigen Literatur, zum anderen als eine Untersuchung zur Dichtkunst von einem seiner konsequentesten Nachfolger. Erforscht werden dabei die z.T. unveröffentlichten Werke von Pannwitz, insbesondere seine epischen Dichtungen, die sich als Ästhetisierung bzw. Poetisierung einer kosmischen Philosophie deuten lassen. Das Projekt versucht nicht zuletzt Pannwitz’ Poetik des Kosmischen am Kreuzpunkt von mehreren geistigen Influenzlinien (Heraklit, Goethe, Nietzsche, Stefan George) zu verorten.

 

Dr. Zsigmond Anikó egyetemi docens

Téma: Literarische Inszenierung von Weiblichkeit und Identität in den Texten österreichischer Autorinnen

Vom Konzept einer Gender-Narratologie von Nünning ausgehend werden Texte österreichischer Schriftstellerinnen, wie Marlen Haushofer und Anna  Mitgutsch erfasst. Nünnigs Konzept der Gender-Narratologie ist bereits ein erfolgreicher Versuch, die literarische Gestaltung von historisch variablen Geschlechterkonstruktionen und -identitäten  in Texten mit narratologischen Kategorien nachzuweisen. Die Ansicht nämlich, dass sich Konstruktionen von Geschlechteridentitäten nicht nur in Inhalten, sondern in der Art ihrer Repräsentation, d.h ihrer Vermittlung niederschlagen, ist eine zentrale These meines Forschungvorhabens. Meine Erzähltextanalyse untersucht die Erzähl- und Repräsentationsformen literarischer Texte, erschließt wichtige Werte, Normen und Machtverhältnisse von Kollektiven und Zeiten. Die Fragestellung also „Wer spricht?” und „Wie wird gesprochen?, führt zur Aufdeckung relavanter Subjekt- und Objektbeziehungen, die durch konkrete soziokulturelle Vorstellungen und kulturspezifische Erfahrungen geprägt sind. In literaturhistorischer Hinsicht ist für mich das literaturgeschichtlich angelegte Konzept von Schmid-Bortenschlager ausschlaggebend, denn ihr jüngst erschienenes Buch ist ein wichtiger Schritt, darauf hinzuweisen, dass die Schriftstellerinnen Österreichs in einer langen Tradition stehen, die ihre individuellen Leistungen prägt und mitbestimmt.
Meine Forschungen beschränken sich nicht allein auf das Schaffen von Haushofer und Mitgutsch. Die  Hypothese von einer Tradition  der literarischen Inszenierung von Weiblichkeit kann und soll auch bei anderen Schriftstellerinnen wie etwa bei Bettina Balanka oder Petra Nagenkögel erfasst werden. In dieser Hinsicht werden  zu den Anfängen der österreichischen weiblichen  Prosa, zu Marie von Ebner-Eschenbach Ausblicke erstrebt, umso mehr als sie die erste war, die die Bindungen des Patriarchalismus zur Sprache brachte und problematisierte und offenbar sind diese altösterreichischen Ideale noch in mehreren Generationen sehr fest verankert.  Die Tradition der Österreichkritik kann die Perspektiven meiner Forschungen noch weiter eröffnen, so sind weiterführende Erkenntnisse auch in dieser Thematik zu erwarten.