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Institut für Germanistik und Translationswissenschaft
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PhD-Projekte

Germanistische Literaturwissenschaft

Anna ZSELLÉR, wiss. Assistentin
Thema: Poetologien der Natur- und Raumwahrnehmung oder die poetologischen Metaphern im Werk von Rainer Maria Rilke, Ingeborg Bachmann und Raoul Schrott. Im Dissertationsvorhaben sollen die autoreflektiven und poetologischen Momente in der Lyrik von Rainer Maria Rilke, Ingeborg Bachmann und Raoul Schrott untersucht werden. Die Motivation zu diesem Projekt stammt aus der Einsicht, dass die drei Autoren unter einem vereinigenden, per se perspektivischen Blickpunkt zu betrachten sind: Ihre poetologische Anschauung in der jeweils behandelten Schaffensperiode ist eine Anschauung, die von komplexen Metaphern der Landschaft und des Raumes, also im weitesten Sinne des Wortes "topologisch" strukturiert wird. Das Ziel ist zunächst, einen gemeinsamen ästhetischen Raumbegriff auszuarbeiten, der mit der figurativen Redeweise, also mit den Metaphernkomplexen in der Dichtung aller drei Autoren zu vereinbaren ist. Als nächstes Ziel soll aufgedeckt werden, inwieweit poetologische Metaphernkomplexe im Unbewussten und im Herzen des Textes zur Wirkung kommen, ferner inwieweit das Unbewusste der Poetik in den autorenpoetischen Äußerungen explizit gemacht werden kann. Dabei bediene ich mich einer Hermeneutik des Verdachts, um eventuelle Unterschiede und Verzerrungen zwischen einer immanenten Autoreflexion der dichterischen Texte und einer expliziten Poetologie der Dichter ans Tageslicht zu fördern. Damit wird an eine lange Tradition zwischen Dichten und Denken aus der Perspektive der Dichtung angeknüpft, wobei das "denkende Dichten" von einer dritten Perspektive, von der Perspektive der Literaturwissenschaft her, überprüft werden soll.